Samstag, 16. Mai 2015

Rjabkow: US-Erklärungen zu Luftangriffen gegen Iran sprengen internationale Normen

Foto: © Sputnik/ Alexei Danichev


Die jüngsten Erklärungen von US-Amtsträgern, wonach russische Raketenabwehrkomplexe S-300 den Iran vor Luftangriffen werden nicht retten können, sprengen alle internationalen Normen. Das erklärte Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Freitag:


„Ich bin nicht der Ansicht, dass es richtig wäre, von Schlägen gegen ein Land, darunter gegen den Iran, zu sprechen. Das widerspricht allen Normen der internationalen Beziehungen.“


Zuvor hatte Colin Kahl, Berater von US-Vizepräsident Joe Biden, in einem Interview für die Agentur Sputnik gesagt, russische S-300-Komplexe würden den Iran vor möglichen US-Luftschlägen nicht schützen, wenngleich es sich um eine sehr effektive Luftabwehr handele.


Rjabkow zufolge sind technische Charakteristika von S-300 Fachleuten gut bekannt:

„Ich denke, dass jene, die das Thema gut beherrschen, wissen, ob dieses Systeme iranische Objekte werden schützen können oder nicht.“

Gleichzeitig gab Kahl zu, dass es für Israel und die USA besser wäre, wenn der Iran kein effektives Raketensystem besitzen würde. Wenn es dennoch existiere, müssten sich die USA anpassen.Zuvor hatte auch US-Präsident Barack Obama erklärt, die Lieferung der S-300-Raketensysteme an den Iran sei kein Hindernis für Washington.


Der Iran hatte bereits 2007 Luftabwehrraketen des Typs S-300PMU-1 im Wert von 800 Millionen US-Dollar bestellt. Im September 2010 verbot der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew die Lieferung per Erlass. Begründet wurde die Entscheidung mit Sanktionen des UN-Sicherheitsrats, welche die Lieferung moderner Waffen an den Iran untersagen. Die Sanktionen waren wegen dem iranischen Atomprogramm verhängt worden.



Im April 2015 hob Russlands Präsident Wladimir Putin das S-300-Lieferverbot für den Iran wieder auf.