Dienstag, 4. August 2015

Kriegspräsident Obama genehmigt anhaltende Luftangriffe gegen Syrien



Ein Beitrag von Rob Zeller:

Eskalation erhöht die Wahrscheinlichkeit von direkten militärischen Zusammenstößen zwischen Militär der Vereinigten Staaten von Amerika und Präsident Bashar al-Assad


Laut Regierungsvertretern, die mit Journalisten inoffiziell am Wochenende sprachen, und später vom Pentagon bestätigt, hat Präsident Barack Obama den Einsatz von Luftangriffen gegen Ziele in Syrien genehmigt, um vom Westen eingesetzte Kämpfer zu verteidigen, die jetzt auf dem Boden operieren.

Gemäß dem Wall Street Journal wurde die neue Genehmigung am Freitag erteilt, um „eine neue von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte Kampfeinheit in Syrien zu verteidigen, wenn diese von der syrischen Regierung oder anderen Gruppen angegriffen wird,” und erhöht jetzt „das Risiko, dass amerikanisches Militär in direkten Konflikt mit dem Regime von Präsident Bashar al-Assad gerät.“

Einen Vertreter des Pentagon zitierend berichtet Bloomberg, dass gleich nach der Autorisierung durch Obama Luftangriffe im Norden Syriens gegen die al-Nusrah-Front - einen Abkömmling von al-Qaeda - durchgeführt wurden, welche von den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützte Kämpfer angegriffen hatte, nämlich eine Miliz namens „Division 30“, deren angebliches Ziel es ist, den Islamischen Staat zu besiegen. Die Vereinigten Staaten von Amerika stellten enge Luftunterstützung zur Verfügung, um ihre Rebellen zu beschützen und den Angriff abzuschmettern, sagte der Vertreter.

Alistair Baskey, ein Sprecher des nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses lehnte es ab, dem Wall Street Journal die Einzelheiten der neuen Kampfregelungen zu erklären. Immerhin sagte er, dass die Administration klargemacht hat, dass sie „die erforderlichen Schritte setzen werde, um sicherzustellen, dass diese Kräfte ihre Mission erfolgreich durchführen können.“ Die Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika für die verschiedenen Milizkräfte, die vom Pentagon ausgebildet worden sind, würde „defensive Feuerunterstützung einschließen, um sie zu beschützen,“ fügte er hinzu.

Das Wall Street Journal berichtet:


Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika sagten, dass die Entscheidung eine monatelange Debatte beendet hat, welche Rolle das amerikanische Militär bei der Unterstützung ihrer wenigen Alliierten auf dem Schlachtfeld in Syrien spielen sollte. Regierungsvertreter waren zutiefst beunruhigt gewesen, dass die Verteidigung der vom Pentagon unterstützten Kräfte unbeabsichtigt zum ersten offenen Konflikt mit der Regierung Assad führen könnte, welche das Programm der Vereinigten Staaten von Amerika verurteilt hat.

Obwohl die neuen Regeln Schläge des Pentagon zulassen, um die mit den Vereinigten Staaten von Amerika alliierten Kräfte gegen alle Angriffe der Regierung Assad zu verteidigen, spielten Militärvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika die Aussichten auf eine direkte Konfrontation herunter, zumindest in naher Zukunft. Die neu ausgebildeten Kräfte sind dazu bestimmt, gegen den Islamischen Staat zu kämpfen, nicht gegen das Regime, und würden nicht in Gebieten eingesetzt, die das Regime kontrolliert. Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika sagen, dass sie glauben, dass das Regime die neuen Kräfte nicht herausfordern wird.

Wie jedoch Jason Ditz auf Antiwar.com erörtert, machen es die Unübersichtlichkeiten der verschiedenen Gruppierungen, die sich zur Zeit in Syrien befinden – unter ihnen die von den Vereinigten Staaten von Amerika ausgebildeten Kräfte wie „Division 30“ – unmöglich, vorauszusagen, wie die Ausweitung von Luftangriffen der Vereinigten Staaten von Amerika die Kämpfe oder die Aussichten für ein verhandeltes Abkommen beeinflussen könnten.

Ditz:


In der letzten Woche sind Berichte aufgetaucht, nach denen al-Qaedas syrische Fraktion Jabhat al-Nusra eine Reihe von höheren Rängen der von den Vereinigten Staaten von Amerika ausgebildeten „Division 30“ gefangen hat, auch bekannt als die „neue syrische Kraft“ (NSF). Jetzt wird berichtet, dass die Gruppe aus ihrem Hauptquartier im Norden Syriens gänzlich verjagt wurde und auf kurdisches Territorium flüchten musste.

Es gab verschiedene Berichte darüber, wie viele der NSF-Kämpfer al-Qaeda gefangen und getötet hat, wobei frühere Berichte von bis zu 18 sprachen. Das ist viel, da die Vereinigten Staaten von Amerika in einer langfristigen Anstrengung nur die Ausbildung von gerade einmal 54 geschafft hatten. Mehr könnten auch in den vor kurzem geführten Kämpfen getötet worden sein.

Al-Qaeda sagt, dass das so weitergehen wird, da sie keine Absicht habe, mit irgendwelchen von den Vereinigten Staaten von Amerika gestützten Gruppen zu arbeiten, und alle „Agenten Amerikas“ bekämpfen werde. Seit die Vereinigten Staaten von Amerika im letzten Jahr begonnen haben, sie mit Luftangriffen zu bekämpfen, hat al-Qaeda verschiedene Rebellengruppen verfolgt, die sie als proamerikanisch betrachtete.

Obwohl angeblich die Vereinigten Staaten von Amerika der NSF Luftunterstützung in allen Kämpfen zusichern, in die sie mit der Regierung Assad verwickelt werden, sowie sie als wichtigen Teil ihrer anti-ISIS-Strategie betrachten, ist nicht klar, ob sich diese Kraft in Syrien auch nur sicher bewegen kann, gar nicht zu reden davon, ob sie irgendeinen realen Einfluss auf den anhaltenden Bürgerkrieg hat.

Im Jahr 2013 drohte Präsident Obama damit, Syrien zu bombardieren, wurde aber von einer breiten Antikriegsstimmung in den Vereinigten Staaten von Amerika zurückgewiesen und bekam international einen Strich durch die Rechnung gezogen, als das Parlament des Vereinigten Königreichs dagegen stimmte, derartige Angriffe zu unterstützen oder sich daran zu beteiligen.