Freitag, 3. Juli 2015

Pentagon-Bericht: Die Kriegsgefahr zwischen den USA und Russland wächst




In einem Militärbericht des Pentagons, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, wird vor einer wachsenden Kriegsgefahr gewarnt. Insbesondere Russland, aber auch China gelten als Feindbilder Washingtons. Dabei werden wieder einmal die Tatsachen völlig verdreht.

Von Marco Maier für das contra Magazin

Das Pentagon ist – neben den US-Geheimdiensten und der Regierung in Washington – ein Meister in der Verdrehung von Tatsachen. Dies wird im gestern publizierten Bericht wieder einmal deutlich. General Martin Dempsey, der Chairman of the Joint Chiefs of Staff, präsentierte ihn. Darin werden Russland und China als "aggressive Länder" bezeichnet, die eine Gefahr für die US-Sicherheitsinteressen darstellen.

"Russlands militärische Aktionen untergraben die regionale Sicherheit direkt und durch stellvertretende Truppen", heißt es darin unter anderem. Wobei speziell auf auf den Krieg in der Ukraine eingegangen wird, den die USA infolge der Installation des derzeitigen Regimes vorantrieben. Aber auch andere Nachbarländer wie Georgien, Aserbaidschan oder Armenien liegen im amerikanischen Fokus.

Aber auch China liegt im Fokus der US-Militärstrategen. Insbesondere das verstärkte geopolitische Interesse der USA im pazifischen Raum, welches durch das "Freihandelsabkommen" TPP einen wirtschaftlichen Ausdruck findet, führt zu einer zunehmenden Auseinandersetzung mit den legitimen Interessen der Regionalmacht China. Das Reich der Mitte versucht mit ökonomischen, finanziellen und zunehmend auch militärischen Mitteln die direkte Interessenspäre abzusichern, was den Amerikanern sauer aufstößt. Denn die USA sehen in ihrem globalen Hegemonialanspruch selbst Ostasien als ihr Interessengebiet an, so dass die regionalpolitischen Ambitionen Chinas als Gefahr für die "US-Sicherheitsinteressen" gelten.

Es zeigt sich damit wieder einmal, wie realitätsfremd die US-Strategen schon agieren und wie sehr sie schon in ihrer eigenen Welt leben, in der die legitimen regionalen Interessen anderer Länder als Aggression gewertet werden, obwohl es die USA selbst sind, die mit aller Härte in diese Sphären eindringen. Wenn diese Strategie Washingtons tatsächlich zu einem Krieg mit Russland oder China führt, dann liegt die Schuld eindeutig bei den USA – auch wenn die Politiker und Medien des transatlantischen Verbundes dann propagandistisch behaupten werden, dass dies die Schuld Moskaus oder Penkings wäre.