Montag, 18. Mai 2015

RIEN NE FONCTIONNE !!!!

Ein rumänischer und US-amerikanischer Militärkonvoi 2003 in Afghanistan
Foto: SGT VERNELL HALL - www.defenseimagery.mil / Wikimedia Commons (Public Domain)


Russland sperrt NATO-Transitrouten nach Afghanistan

Die NATO kann ihre Truppen in Afghanistan nicht mehr über Russland mit Kriegsgerät ausrüsten. Moskau stellt nach sieben Jahren den Transit von Nachschub nach Afghanistan ein. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Verordnung von Ministerpräsident Dmitri Medwedew hervor.

Russland hatte sich am US-geführten Militäreinsatz ISAF nicht beteiligt, aber 2008 Versorgungsrouten über russisches Gebiet ermöglicht. Die ISAF-Mission, an der auch Deutschland mit mehr als 5.000 Soldaten teilgenommen hatte, war Ende 2014 nach 13 Jahren beendet worden. Tausende internationale Ausbilder blieben aber in Afghanistan. (dpa/jW)

Die grüne Pest hat wieder einmal zugeschlagen!



BERLIN. Die Grünen im Berliner Bezirk Mitte haben gefordert, Asylbewerber in Alten- und Pflegeheimen unterzubringen. Laut einem Antrag für die Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstag soll geprüft werden, ob in den stationären Pflegeeinrichtungen des Bezirks Platz „zur Unterbringung von Flüchtlingen“ vorhanden sei und wie dieser genutzt werden könne.

Begründet wird der Vorstoß damit, dass viele Pflegeeinrichtungen „erhebliche Raumkapazitäten“ aufwiesen. Zwar sei unstrittig, dass für die Umsetzung des Vorhabens zahlreiche Voraussetzungen auf beiden Seiten – sowohl bei den Pflegeheimen als auch den Asylbewerbern – erfüllt sein müssten, im Idealfall seien aber durchaus „Synergien“ vorstellbar.

Von diesen könnten nicht nur die Betreiber, sondern auch Flüchtlinge und die dort wohnenden Senioren profitieren, heißt es in dem Antrag. Zum Beispiel „durch die Auflockerung des oft eher eintönigen Alltags“.

So langsam aber sicher wird es Zeit, dieser grünen Pest den Gar aus zu machen! Ich bin der Meinung, dass die Anträge, Überlegungen und Zielsetzungen dieser Partei, den soziologischen und wirtschaftlichen Interessen des deutschen Volkes absolut zu wieder laufen.

Sie setzen alles daran unsere Werte, unsere Kultur und unsere Wirtschaft zu zersetzen!

Hier der Antrag:


Bündnis 90 / Die Grünen 
Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin 

11. Mai 2015 



90 18 - 2 45 92 / Bö. 
Drucksachen für die 40. Sitzung der BVV am 21.05.2015 
Antrag 6 



Unterausgelastete Pflegeeinrichtungen für Flüchtlingsunterbringung nutzen 



Das Bezirksamt wird ersucht, in Kooperation mit den im Bezirk vorhandenen stationären Pflegeeinrichtungen zu prüfen, ob und wie dortige Raumkapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können. Dabei sind gemeinsam mit den Einrichtungsbetreibern nicht nur die finanziellen, sondern auch die gesundheitlichen und psycho-sozialen Voraussetzungen für eine etwaige Unterbringung detailliert zu definieren und ihre Umsetzbarkeit abzuprüfen. Begründung: Viele der 21 stationären Pflegeeinrichtungen im Bezirk weisen erhebliche Raumkapazitäten auf. Es ist daher zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen diese zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können. Es ist unstrittig, dass für eine solche Unterbringung viele Voraussetzungen bei der Einrichtung, aber auch bei den unterzubringenden Flüchtlingen gegeben sein müssen. Im Idealfall sind aber durchaus Synergien vorstellbar, von denen nicht nur die Betreiber, sondern auch Flüchtlinge und dort wohnende Senioren – z.B. durch die Auflockerung des oft eher eintönigen Alltags - profitieren können. 



Briest, Urbatsch, Stein

Saudische Kampfjets greifen UNESCO-Hilfsschiffe an


Der TV-Sender al-Masirah hat am Sonntagabend gemeldet, dass saudi-arabische Kampfjets UNESCO-Hilfsgüterschiffe zum Ziel genommen haben.



Unter Berufung auf diesen Sender sollen die saudi-arabischen Kampfflugzeuge die UNESCO- Schiffe mit Hilfsgütern für den Jemen, die sich in Richtung Sahar im jemenitischen Gouvernement Sa'da befanden, drei Mal angegriffen haben. Über wahrscheinliche Schäden an den Schiffen wurden keine Meldungen gemacht.

Dies geschieht, während Saudi-Arabien seit vergangenem Dienstagabend eine 5-tägige Waffenruhe bekannt gegeben hat.

Wie Mehr News unter Berufung auf al-Youm al-Saba meldete, endete die Waffenruhe gestern Abend (Sonntag) und bisher gab es noch keine Meldungen über eine Verlängerung der Waffenruhe.

Saudi-Arabien hat seine Luftangriffe auf den Jemen am 26. März 2015 begonnen.

Jerusalem: Israelische Sicherheitskräfte attackieren RT-Team während Live-Übertragung


Am Sonntag haben israelische Sicherheitskräfte ein Team von RT-Arabisch, während der Berichterstattung über den Jerusalem-Tag, zur Erinnerung an die israelische Eroberung von Ost-Jerusalem, trotz Drehgenehmigung angegriffen. Die Kamera des Teams wurde dabei zerstört. Als sich RT-Korrespondentin, Dalia Nammari, über ihr Handy live ins Studio schaltete, verhinderten die israelischen Soldaten die Live-Berichterstattung. Auch andere Journalisten wurden brutal daran gehindert vom Geschehen beim Marsch zum Jerusalem-Tag zu berichten, zum Beispiel ein palästinensischer Kameramann des französischen Fernsehsenders TF1.


Quelle: Ruptly


Die Zeichen im April 2015

Hier ist die Übersicht der "Zeichen" im April...



In Sibirien wütende Flächenbrände zerstörten Tausende von Häusern und es gab Hunderte von Verletzten. Spät im Monat, am Jahrestag des schlimmsten weltweiten Atomunfalls, kam es zu einem Ausbruch an Flächenbränden innerhalb des Sperrgebiets der Tschernobyl-Anlage im Norden der Ukraine. Sowohl der Mittlere Osten als auch China erlebten ihren "schlimmsten Sandsturm" seit Jahren, während riesige Sandstürme Chaos auch in Teile sowohl des amerikanischen als auch des russischen Westens brachten. Es kam zu zerstörerischen Erdrutschen in Indonesien und Afghanistan und einen sich langsam bewegenden "horizontalen Erdrutsch" in einer sibirischen Stadt... in der es letzten Monat ebenfalls zu einem weiteren bizarren "explodierenden Krater-Loch" kam.


Siedlungen am "trockensten Ort der Erde", der Atacama Wüste in Chile, wurden hinweg gespült nachdem sie den zweiten Monat in Folge überflutet wurden. Schwere Überflutungen trafen auch das durch Dürren geplagte Sao Paulo zum 4. Mal in 6 Monaten, während schmelzende Schneedecken in Kombination mit sintflutartigen Regenfällen Teile der südlichen USA und des östlichen Kasachstan überschwemmten. Zentimeter- und manchmal meter hoher Hagel verwandelte Straßen in Flüsse - in den USA, in Indien und Australien, wo ein Sturm auf die Hauptstadt Sidney traf, der nur "einmal-in-zehn-Jahren" vorkommt. Der Mittlere Westen der USA erlebte heftige Tornado-Ausbrüche, während Gemeinden in Indien und Brasilien von starken Tornados verwüstet wurden.


Doch keine dieser dramatischen Ereignisse war so zerstörerisch wie das stärkste Erdbeben, das den Himalaya in über 80 Jahren erschüttert hat. Das Beben der Stärke 7,9 hat Nepal ziemlich zerstört, hat Lawinen ausgelöst, die das Basislager des Mount Everest verschüttet haben, und zu Toten in Nordindien, Bangladesh und Tibet geführt haben. Die Zahl der Toten durch das Erdbeben könnte bis zu 10.000 erreichen; Millionen weitere Menschen sind obdachlos. Das spektakulärste Ereignis in diesem Monat trug sich im Süden Chiles zu, wo der Calbuco-Vulkan nach 40 Jahren Tiefschlaf mit einer Explosion erwachte und Lava und Asche hoch in die Luft versprühte...


Sonntag, 17. Mai 2015

Ein Donbass-Milizionär meldet sich zu Wort



17. Mai 2015

Ein Angehöriger der separatistischen Bürgermiliz, der uns nur unter seinem Kriegsnamen „Der Mönch“ bekannt ist, äußert seine Meinung zum Krieg im Donbass: 

„Wir kämpfen gegen diese amerikanische Politik, weil diese Politik gegen das ukrainische Volk arbeitet!“

Hier ein leicht gekürztes und sprachlich bereinigtes Transkript seiner Aussagen:

Wie könnte man Ihrer Meinung nach diesen Krieg stoppen? Wozu dient dieser Krieg? Wie könnten Zivilisten und Militär unserer jungen Republik zum Frieden kommen?

Zuerst muss man verstehen, wozu dieser Krieg dient. Bei diesem Krieg geht es um das Überleben des US-Dollars.

Die Regisseure der Ereignisse sind dieselbe Clique, die Super-Corporation des reichsten Mannes der Welt.

Und die Drahtzieher dieses Spieles lassen alles streng nach Plan laufen: Absturz der MH-17, das Gemetzel im Donbass, ritueller Mord des eigenen Oppositionellen direkt vor dem Roten Platz.

Sie wissen doch, dass die Staatsverschuldung in Russland gleich Null ist. Amerika hingegen ist das Land mit den größten Schulden der Welt.

Alle militärischen Opfer werden auf dem Opferaltar dieses gigantischen Makulatur-Hegemons der Dollar-Maschine geopfert.

Russland und China stehen dem Hegemon mit ihren Währungen, die mit Gold gedeckt sind, im Wege.

Lasst uns auf die Wirtschaft schauen. Russen und Ukrainer sind beide in ihren Besitz ärmer geworden. Wir sind alle Verlierer. Bei uns hier gibt es keine Sieger.

Wer sind die „Ukros“? Es sind Ukrainer, nur mit den amerikanischen Flausen im Kopf.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich an die Kommandeure der ukrainischen Streitkräfte wenden und versuchen, mich mit ihnen zu einigen. Schauen Sie mal. Wir haben gemeinsame Ziele. Wir kämpfen auch für die Freiheit des ukrainischen Volkes. Lasst uns klären, wer für was kämpft.

Wir Kosaken kämpfen wie unsere und auch ihre Väter, Großväter, Urgroßväter für unseren orthodoxen Glauben.

Wir sind alle gleich. Wir sind ebenfalls Slawen. Unsere Ideologie besteht wie schon früher, wie vor 100 Jahren, darin, dass wir für Moral, Ethik und gute Sitten fechten.

Unsere Hauptideologie ist der Kampf gegen die US-Politik. Weil genau diese Politik uns die letzten 100 Jahre beeinflusst hat.

Genau diese Politik hat unsere Menschen sittlich verdorben. Die Männer machte man zu Waschlappen. Familien wurden zerstört. Kultur wurde vernichtet. Das alles ist amerikanische Politik.

Unsere Ideologie besteht darin, dass wir genau gegen diese Politik kämpfen. Denn diese Politik arbeitet gegen das ukrainische Volk.

Wer ist auf dem Maidan reich geworden? Es waren die Oligarchen. Was ist mit dem ukrainischen Volk geschehen? Es ist nach dem Maidan noch mehr verarmt.

Diese Oligarchen haben unter dem Vorwand der Anti-Terror-Operation nur Geld abgezockt. Unter Verpfändung der Besitztümer des ukrainischen Volkes haben sie sich das Geld in die eigenen Säcke gefüllt.

Sie horten dieses Geld in den IWF-Banken. Das Drehbuch ist ganz einfach. Früher oder später werden ihre Chefs sie dann einfach entsorgen. Das Geld wird verschwinden. Es wird so passieren wie immer.

Es wäre schön, wenn die ukrainischen Kommandeure ein wenig nachdenken würden. Sie mögen ihren Herzen folgen. Wer Ohren hat, möge hören…

Ich wende mich neuerlich an die Kommandeure der ukrainischen Streitkräfte. Sie wurden und werden weiter betrogen. Glauben Sie, dass Sie für den ukrainischen Donbass kämpfen? Sie wissen selber, dass dies eine Lüge ist.

Hier im Donbass kämpfen Sie für die Bergwerke der Oligarchen und für die Liegenschaften, die vor einem Jahr Janukowitsch den transnationalen Konzernen „Shell“ und „Shevron“ verkauft hat. Sie kämpfen genau dafür.

Für die ganze Welt sind Sie Russen. Für die ganze Welt sind Sie Russen, die Russen verraten haben.

Und Verräter, wie sie selber wissen, mag niemand. Deswegen begraben Sie auch hier auf eigene Kosten ihre eigenen Kämpfer. So ist es.

Genau deswegen, weil Ihre Leute hier fallen, sterben, diese Probleme erdulden müssen, sind Sie sich auch völlig im klaren, dass Sie hier niemand braucht, nicht einmal die eigenen Leute.

Unsere Artillerie zum Beispiel beschießt unsere eigenen Leute nicht. Ihre Artillerie beschießt uns und die eigenen Leute. Es ist kein Geheimnis. Alle die an diesem Krieg teilnehmen, sehen es selber.

Lasst uns überlegen. Wem nützt dieser Krieg?


Bei Lichte besehen, kämpfen wir für die Freiheit des ukrainischen Volkes von der US-Politik. Für diese Freiheit kämpfen wir.

Ich sage es nochmals: Wir kämpfen für das ukrainische Volk. Es lebe das freie ukrainische Volk!

Wir haben gemeinsame Ziele: das ukrainische Volk Volk von seinen Schulden zu befreien. Alle die Schulden, welche die Oligarchen auf die Seite geräumt haben, müssen irgendwann einmal bezahlt werden.

Wie wird diese Bezahlung ablaufen? Es wird derselbe falsche Messias mit seinem afroamerikanischen Führer kommen, mit prallgefüllten Börsen. Und er wird einen Vorschlag machen, wie man die Schulden bezahlen könne.

Und was wird im Endeffekt kommen? Wenn man nichts hat, womit man zahlen kann, dann bleibt nur der Ausverkauf des Landes.

Alles ist gesetzlich. Wenn man Schulden hat, muss man zahlen. Alles klar?

Im Endeffekt werden also diejenigen, die heutzutage Europa ruinieren, auch die Ukraine ruinieren.


EILMELDUNG!!! IN ODESSA HAT DER VOLKSRAT DES BESSARABIEN DAS PROJEKT ÜBER DIE AUTONOMIE VERÖFFENTLICHT!!!



Am 16.Mai wurde in der Konferez „Volksrat Bessarabien“ ein Gesetzentwurf über national-kulturelle Autonomie Bessarabiens präsentiert. Der Gesetzenwurf wurde von Vera Schewtschenko, Vorsitzende des „Volksrates Bessarabiens“ vorgelegt. Er solle Bessarabien als einigartige multikulturelle Region durch Verankerung in der Gesetzgebung behaupten. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Machtbefugnisse vom Zentrum an Selbstverwaltungsorgane abgegeben werden.

Vera Schewtschenko hat unterstichen, dass der Gesetzentwurf der Verfassung der Ukraine entspricht und wird an das ukrainische Parlament und an das Präsidialamt geleitet. Der Gesetzentwurf wurde von den Experten aus Kischinau (Moldawien) und Tiraspol (Transnistrien) unterstützt, in Verbindung mit Organisatoren der Konferenz in Odessa waren.

An der Videokonferenz in Tiraspol nahmen Ex-Außenminister der Republik, internationaler Experte Wladimir Jastrebtschak und Ethnologin Ekaterina Prorywowa. Olga Iwlewa, Expertin für ethnische und politische Konflikte, Wirtschaftsexperte Illia Kazakow und Historikerin Bessarabiens Polina Tschujkowa sowie Ethnopsychologin Walentina Tschajkina schloßen sich der Konferenz von Kischinau aus an. Pavel Chernev, Ex-Kandidat für das Amt des Präsidenten unterstützte den Gesetzentwurf live aus Bulgarien.

An der Konferenz nahmen Bozena Gaworska-Alexandrowitsch, Vertreterin der Partei Smena (Wechsel), Gojko Raichewitsch, Vorsitzender der Bewegung „Für den Frieden“ aus Montenegro, Journalist Jan Rischezkyj (Tschechien). Alik Wetrow, Moskauer Journalist und einer der Mitbegründer des „Volksrates“, der wegen der Verfolgung durch ukrainischen Sicherheitsdienst SBU Odessa verlassen musste, begrüßte die Teilnehmer der Konferenz live aus Moskau.


Todesfolter im Namen Ihrer Majestät

Ein Beitrag vom Blog kopfschuss911:

Wie Briten nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Gefangene quälten --- DER LETZTE ÜBERLEBENDE eines Verhörlagers erinnert sich


(AdR: MSM-Artikel — Auszüge)


Es sind furchtbare Erinnerungen. Der alte Mann legt behutsam seine Armbanduhr ab, schiebt den linken Hemdsärmel hoch und zeigt auf drei Narben direkt neben der Pulsschlagader. Langes Schweigen. „Ich war damals, 1946, ein junger Kerl, erst 23. Mensch, ich wollte nach diesem verdammten Krieg doch nur leben. Aber diese Hölle konnte ich nicht mehr ertragen.“

Gerhard Menzel, heute rüstige 89 Jahre alt, erinnert sich an die Nacht, als er sich in seiner Zelle mit einem Stück Metall den Unterarm aufritzte. Kurz zuvor hatte ihn der britische Gefängniswärter, Spitzname „Blutauge“, erneut mit eiskaltem Wasser übergossen — und dies bei Minustemperaturen im Raum. Ein harter Schlag in die Magengrube erstickte Menzels Protest.

Der frühere Ingenieur, der seinerzeit nur knapp vor dem Verbluten gerettet wurde, hat die erlittene Folter an Körper und Seele bis heute nicht verarbeitet. Aus Angst, erneut von einem Kommando verschleppt zu werden, trug er lange eine Pistole unter der Jacke. Jahrzehnte konnte Menzel nicht über die schlimmste Zeit seines Lebens sprechen — nicht mit seiner Ehefrau Theresia, nicht mit den drei Kindern. Auch Arbeitskollegen erfuhren nichts.

Was hätte er auch erzählen sollen? Wer hätte ihm schon geglaubt?


Menzel hatte ja in keinem Gestapo-Keller gelitten, er schmachtete auch in keinem sowjetischen Arbeitslager. Der junge Mann, 1923 in Radebeul bei Dresden geboren, saß vielmehr ein Jahr nach Kriegsende, mitten in Deutschland, in einem streng geheimen britischen Foltergefängnis, das so gut wie niemand kannte — bis heute ist das so.

Verhörzentrum Bad Nenndorf – Gebäudefassade des Wincklerbades

Im idyllischen Bad Nenndorf bei Hannover, vor dem Krieg eine Top- Adresse für betuchte Kurgäste, hatte der britische Geheimdienst im August 1945 unter größter Konspiration ein Verhörzentrum errichtet. Das 1930 erbaute Wincklerbad mit seinen zahlreichen Badezellen, in denen jetzt 20 Offiziere harte Vernehmungen durch­zogen, war ein Ort des Grauens.

Dutzende britische Geheimdienst-Akten, die FOCUS vor­liegen, beschreiben ein wahres Martyrium.

Häftlinge verhungerten, sie wurden zu Krüppeln geschlagen, ausgepeitscht, an den Handgelenken aufgehängt und mit glühenden Zigaretten verbrannt. Ein Gefangener kam bei einer dubiosen Agenten-Aktion ums Leben, andere brachten sich aus Verzweiflung um. Kein Außenstehender hätte sich jemals vorstellen können, dass die hochangesehene britische Armee zu diesem menschenverachtenden Regime fähig gewesen wäre.

Engländer, das waren in der Öffentlichkeit doch nette rothaarige Tommies aus Liverpool oder Birmingham und Gentlemen-Offiziere von der noblen Militärakademie Sandhurst. Die deutsche Politik verspürte zu keinem Zeitpunkt ein Interesse an einer seriösen Aufarbeitung der skandalösen Vorfälle — alle Signale standen nur auf Aussöhnung mit dem früheren Kriegsgegner.

Nach den Folterungen kam Gerhard Menzel in ein Lazarett bei Paderborn. Ein Arzt beschrieb ihn in einem medizinischen Bericht als „lebendes Skelett“.


Fünf Fotos von Gerhard Menzel, die FOCUS kürzlich im Britischen Nationalarchiv unter der Registratur-Nummer FO 1030/280 entdeckte, zeigen die schockierende Realität: Der junge Mann, 1,85 Meter groß, wog nur noch 49 Kilogramm. Er musste von zwei Männern gestützt werden und konnte vor lauter Schwäche nicht mehr sprechen. Ein Lagerarzt beschrieb Menzel in einem medizinischen Bericht als „lebendes Skelett“ – mit einer schweren Schädigung der Lunge. Die Ursache: die eiskalten Duschen von Knastwärter „Blutauge“.


Britischer Geheimdienst glaubte an Untergrundarmee der Nazis


Gerhard Menzel ist der letzte Überlebende des Verhörzentrums Bad Nenndorf. Er zählte zu den 372 Männern und 44 Frauen, die von britischen Greif­kommandos gefasst und eingekerkert worden waren.

Die meisten Zielpersonen entstammten der SS, der SA, der Gestapo oder der Abwehr, andere hatten leitende Funktionen in der NSDAP, in der Hitlerjugend oder im Bund Deutscher Mädel. Die Gefangenen Oswald Pohl, verantwortlich für die Zwangsarbeit in den deutschen Konzentrationslagern, und Kurt Parbel, enger Mitarbeiter von Joseph Goebbels, galten nach Kriegsende als brand­gefähr­liche Rädelsführer.

Diesen unverbesserlichen Nazis – so steht es in den Akten – trauten die Briten einen Putsch gegen die Besatzungsmacht zu. Termin: 1946, am 20. April – dem Geburtstag von Adolf Hitler.

Am 19. Juni 1946, als Gerhard Menzel in Hamburg auf offener Straße von britischen Agenten verschleppt wurde, war der Zweite Weltkrieg für den jungen Mann längst abgehakt. Staunend erfuhr er den Haftgrund: Er sei vorzeitig aus sowjetischer Gefangenschaft freigelassen und als angeworbener Moskauer Agent in die britische Besatzungszone geschickt worden. Später sollte sich herausstellen, dass Menzel denunziert worden war.

Der 89-Jährige lacht kurz auf. „Moskauer Spion? Ich war Nationalsozialist, schon mit sieben Jahren“, sagt er und schildert kurz seinen Werdegang.

„1930, wir waren arme Leute, wir hatten nichts zu futtern. Auf der Straße in Dresden haben wir Jungs einen offenbar hohen SA-Mann getroffen, haben mit Heil Hitler gegrüßt. Er hat gesagt, wir seien ja zackige Kerle, aber so dünn wie Bohnstangen. Also hat er uns Jungs jeden Tag in eine SA-Küche eingeladen, für die Eltern haben wir auch noch einen Henkelmann mit Suppe und Wurst mitgenommen. Mein Vater hat geschimpft, der war Sozialdemokrat. Aber Brecht hat doch schon gesagt: Erst kommt das Fressen und dann die Moral.“

Menzel wird für die NS-Eliteschule Napola ausgewählt, mit 17 Jahren tritt er der Waffen-SS bei und muss 1940 gleich in den Krieg. Nach einer Verletzung wird er Fahrlehrer und ergibt sich 1945 an der tschechisch-österreichischen Grenze den Amerikanern. Die lassen ihn gleich wieder laufen. Wenzel sucht sein Glück in Hamburg. Dort schnappen ihn dann die Agenten-Jäger des Geheimdienstes MI-5, der in diesen Tagen fest von einem weiteren Krieg gegen die Sowjetunion überzeugt ist.

1. August 1945, früh am Morgen. Britische Militärlaster donnern durch Bad Nenndorf. Ihr Ziel: der Kurpark. Bewaffnete Soldaten klopfen an den Türen der Anwohner und fordern sie auf, innerhalb von 90 Minuten die Häuser zu verlassen. Rund 1000 Einwohner sind von der Zwangsräumung betroffen.

Pioniere vom 5. Kings Regiment ziehen einen vier Meter hohen Stacheldrahtzaun um das zirka 25 Hektar große Kurgelände mit Badehaus, noblen Hotels und 87 Pensionen. Das ganze Areal ist ab sofort militärischer Sperrbezirk. Die britische Schreckens­herr­schaft in der Kleinstadt im Schaumburger Land beginnt.

Knastwärter „Heinrich VIII.“ zerrte Gefangene in die Folterzellen


Dass manche dieser Fakten historisch und politisch unerwünscht sind, hat Ian Cobain, preisgekrönter Reporter der englischen Tageszeitung „The Guardian“, mehrfach erfahren. Der Journalist, der bei aktuellen Recherchen über Folterungen der britischen Armee in Afghanistan und im Irak unverhofft auf erste Dossiers zu Bad Nenndorf gestoßen war, hat im November vergangenen Jahres ein Buch veröffentlicht: „Cruel Britannia“ beschreibt die in der Öffentlichkeit völlig unbekannte Tradition britischer Quälereien. Ein großer Teil der Londoner Presse schwieg Cobains Buch tot, Kollegen nannten ihn einen ehrlosen Gesellen, der das Militär beschädige.

Als Gerhard Menzel, Unterscharführer der Waffen-SS, im Juni 1946 in seine Zelle gestoßen wird, ist er sicher, dass sich der falsche Agenten-Verdacht sehr schnell aufklären wird. Erste Zweifel kommen ihm, als sich sein Zellenkollege vorstellt: Wladimir Denisov, Geheimdienst-Major der Roten Armee. Er wird es sein, der den Deutschen später vor dem Verbluten rettet.

Abartige Schmerzensschreie schon in der ersten Nacht. Die Verhöre im Wincklerbad gehen rund um die Uhr. Zwei besonders abgestumpfte Wärter, denen die Gefangenen die harmlos klingenden Spitznamen „Heinrich VIII.“ und „Land des Lächelns“ gegeben haben, zerren völlig erschöpfte Menschen in die Vernehmungszellen.


Zwei Männer müssen den von der Folter geschwächten Mann stützen.

Menzel erlebt eine Tortur. Tagelang lassen ihn die Aufpasser nicht schlafen. Wenn ihm die Augen zufallen, wird er gleich mit kaltem Wasser übergossen und geprügelt. 16 Tage lang trippelt er, die Hände auf dem Rücken gefesselt, durch die Zelle. Tagsüber, von 4.30 Uhr bis 21.30 Uhr, darf er sich nicht einmal setzen.

Der jüdische KZ-Überlebende Habermann wurde mit Folterwerkzeugen wie Daumen- und Schien­bein­schrauben gequält. Hans Habermann, damals 43, hat als deutscher Jude das Konzentrationslager Buchenwald überlebt. Zur Begrüßung schlagen ihm die Wärter in Bad Nenndorf die Zähne ein. Als wäre dies eine Entschuldigung, führt der Geheimdienst in den Akten an, Habermann sei Kommunist und damit potenzieller Spion.

Robert Graf Buttlar-Brandenfels, 27, der zwei Jahre Nazi-Haft überstanden hatte, musste bei den Engländern erneut leiden. Als angeblicher Ostspion verhaftet, stellten ihn die Folterer tagelang in eiskaltes Wasser. Alle Zehen seines rechten Fusses mussten amputiert werden. Fortan kroch der adlige Häftling auf Knien zu seinen Verhören. Aus Verzweiflung entschied er sich für eine in Bad Nenndorf gängige Selbstmordmethode: Er verschluckte einen Löffel, wurde jedoch gerettet.

In den Akten finden sich Hinweise darauf, dass Zellenwärter Scheinhinrichtungen organisierten. Die kriminellen Schließer konnten offenbar ihren Sadismus ausleben, ohne Bestrafungen befürchten zu müssen. So geschah es in der Silvesternacht 1946: Sturztrunken von Bier und Whiskey, stürmten die Schläger in mehrere Zellen und traten die Häftlinge gnadenlos zusammen. Eine Behandlung von offenen Wunden und Knochenbrüchen wurde ihnen verweigert, entzündete Zahnstummel bereiteten den Menschen Höllenqualen.

Colonel “Tin-Eye” Stephens
Verantwortlich dafür war der Leiter des Verhörzentrums Bad Nenndorf, Oberst Robin Stephens. Der Herr spielte gern den Edelmann: Stets ein Monokel im rechten Auge, sprach der damalige Mitvierziger voller Abscheu über „minderwertige deutsche Kreaturen“. Der Jurist hatte zuvor als Kommandant der Peshawar-Division unter der indischen Zivilbevölkerung Angst und Schrecken verbreitet.

Nicht ganz zu seinem aristokratischen Benehmen passte Stephens Vorliebe für einen einseitigen Boxkampf. Zeugen aus Bad Nenndorf berichteten, dass der Oberst entkräftete Häft­linge mit Kinnhaken bewusstlos geschlagen habe.

Gnade konnte offenbar niemand erwarten. Wenn Häftlinge zum Lagerarzt John Stuart Smith kamen und klagten, sie stünden kurz vor dem Verhungern, antwortete der Mediziner eiskalt: 

„Sie verhungern? Richtig, es sieht ganz so aus!“

Ein paar Todgeweihte ließ Oberst Stephens in die Militärlazarette Rotenburg bei Bremen und Eselheide bei Paderborn karren. Unter ihnen war auch der abgemagerte Gerhard Menzel. Der deutsche Arzt Wolfgang Günther schrieb in einem Vermerk, die kranken Häftlinge seien wie Müll vor dem Hospital abgekippt worden.

Der damals erst 22-jährige Walter Bergmann, knapp 40 Kilo leicht, fiel gleich in Ohnmacht. Der aufopferungsvolle Arzt Günther spendete seinem Patienten sogar das eigene Blut – auch dies konnte Bergmann nicht mehr retten.

Im Zimmer nebenan rang Franz Österreicher, 38, mit dem Hungertod. Seit Tagen raste sein Puls, er starb letztlich an einer Bauchfellentzündung.

Häftling Franz Nornack, 26, spuckte gerade Blut, als Major James Morgan-Jones, Kommandant eines Internierungslagers in Fallingbostel, über die Krankenstation ging und die elendigen Gestalten sah. In einer Geheimakte ist die Reaktion des früheren Frontoffiziers Morgan-Jones vermerkt: 

„Es war einer der schrecklichsten Anblicke meines Lebens.“

In Bad Nenndorf bekommt nun auch die Zivilbevölkerung das harte Regiment der Briten zu spüren. Eines Abends klopft ein Gefängnisausbrecher an der Tür der Familie Steinmeier im Erlengrund, nur 500 Meter von dem Lagerzaun entfernt. Der Mann bittet um Zivilkleidung. Das Schicksal des Flüchtlings ist unbekannt. Familienvater Steinmeier, ein Bergmann, wird am Tag danach von der Militärpolizei wegen Fluchthilfe verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er kehrt todkrank zurück, stirbt bald.

Oberst Robin Stephens und sein Stellvertreter Richard Langham müssen sich im März 1948 in einem Geheimprozess für die in Bad Nenndorf begangenen Grausamkeiten verantworten. Beide Offiziere werden freigesprochen. Lagerarzt John Stuart Smith, der für hungernde Häftlinge nur zynische Sprüche übrig hatte, wird aus der Armee entlassen.

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FOLTERSTÄTTE IM KURPARK


Der britische Auslandsgeheimdienst MI-6 regte nach Kriegsende an, 275.000 Deutsche in Internierungslager einzusperren. Knapp 100.000 kamen schließlich hinter Stacheldraht. Bad Nenndorf war die Verhörzentrale. Hier sollten Pläne einer angeblichen Nazi-Verschwörung aufgedeckt werden.

Kurpark von Bad Nenndorf

Zwei Monate nach Kriegsende zog der britische Geheimdienst in das idyllische Bad Nenndorf. 1000 Anwohner mussten den Agenten weichen.


SPIONE AUF HAUSSUCHE


Britische Agenten hatten schon während des Kriegs geeignete Orte für ein Ver­hör­zentrum ausgekundschaftet. Die Wahl fiel auf Bad Nenndorf, 25 Kilometer entfernt von Hannover. Am 1. August 1945 wurde der 25 Hektar große Kurpark mit Sanatorium und Hotels eingezäunt. 1000 Anwohner mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Straßen hießen nunmehr George Street, Ham Avenue, Latimer Lane und Elizabeth Street.

SPITZEL IRRTÜMLICH GETÖTET


Im Januar 1947, spät in der Nacht, bekam der Bad Nenndorfer Bestatter Fritz Sander einen Spezialauftrag vom englischen Kommandanten Robin Stephens. Sander solle gleich am nächsten Morgen den urplötzlich verstorbenen englischen Unteroffizier John White begraben. So geschah es, mit militärischen Ehren. In Wirklichkeit wurde aber nicht White, sondern der SS-Mann Abeling ins Grab gelassen. Stephens wollte mit dieser Aktion vertuschen, dass Abeling alias White bei der Festnahme erschlagen worden war. Damit hatten die Engländer den US-Geheimdienst stark verärgert. Abeling, beteiligt an der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto, sollte für die Amerikaner leitende Nationalsozialisten ausspionieren.

DAS FALSCHE GRAB


FOCUS fand das ominöse Grab auf dem Soldatenfriedhof Bad Nenndorf. Bis heute steht auf dem Grabstein der falsche Name: John White, geboren am 1.8.1911, gestorben am 17.1.1947.


London Cage

Der London Cage (engl. „Londoner Käfig“) war ein in den Häusern Kensington Palace Gardens 6-8, London, zwischen Juli 1940 und September 1948 bestehendes Verhörzentrum der Sektion MI19 (Combined Services Detailed Interrogation Centre (CSDIC)) des britischen War Office.


Es diente dazu, Informationen von Zivilisten und Militärs des Zweiten Weltkrieges aus NS-Deutschland mittels Folter zu erlangen. Diese Aktivitäten wurden 2005 infolge des Freedom of Information Act öffentlich, als The Guardian die Akten der National Archives (ehemals Public Record Office) einsah. […]

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Quellen:

FOCUS Online – Nachrichten
FOCUS – Folterstätte im Kurpark
Wikipedia.org/wiki/London_Cage

BildQuelle:
Badnenndorf2013.trauermarsch.info

Die Bundesregierung ist angeblich daran interessiert sich mit uns auszutauschen.


Ein Beitrag von EnDgAmE:

Wir denken, es wird Zeit endlich die vielen offenen Fragen zu stellen, die uns schon so lange brennend interessieren:

- Wie verträgt sich das Redeverbot für Kommunalpolitiker mit der im Grundgesetz festgeschriebenen Redefreiheit?

- Wer ist gemeint wenn sie sagen Deutschland will TTIP? Nur sie selbst? Deutsche Politiker? 
Umfragen und Unterschriften Sammelaktionen zeigen klar dass die Bevölkerung damit nicht gemeint sein kann.

- Warum schweigt die Bundesregierung zu Thema Faschismus in der Ukraine, Genozid in der Ostukraine, Genozid an Palästinensern und unterstützt die Israelische Regierung noch mit atomwaffenfähigen U-Booten auf kosten der Steuerzahler?

- Die geplante Privatisierung von Dienstleistung unseres Landes beinhaltet auch die Privatisierung der Wasserversorgung. Bei allen voran gegangenen Privatisierungen war das Ergebnis eine wesentliche Verteuerung bei gleichzeitigem Qualitätsverlust. Wie kommen Sie zu der Annahme, dass es diesmal nicht so kommt?

- Welche Vorteile versprechen Sie sich davon mit dem Hintergrund dass fast das gesamte Bundesgebiet versorgungssicher sehr sauberes Wasser zum absoluten günstigen Preis bezieht?

Usw...

Wir hoffen ihr beteiligt euch alle an einer regen Diskussion in höflichem Umgangston damit auch ein paar Antworten zustande kommen!


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+++ Die Kolonialverwaltung der BRD GmbH +++


Die Bundesregierung auf Facebook: Wir vom Redaktionsteam freuen uns, dass es los geht. Und wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen! Herzlich willkommen - auch von unserem Chef, Regierungssprecher Steffen Seibert:


DEUTSCHLAND BRAUCHT KEINE KILLERDROHNEN



Ein Beitrag von Jürgen Todenhöfer


Liebe Freunde, der US-Drohnenkrieg ist Staats-Terrorismus. Mitgesteuert aus Ramstein, Deutschland. Unsere Regierung macht sich strafbar, wenn sie das zulässt. Und begibt sich auf einen Irrweg, wenn sie morgen (!) den Startschuss zur Produktion eigener Killerdrohnen gibt. Unsere Kinder werden in einer eiskalten, mörderischen Welt leben, wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen.

90% DER DROHNEN-OPFER SIND UNSCHULDIGE


Der pakistanische Opfer-Anwalt S. Akbar, mit dem ich kürzlich telefonierte, sagte glasklar: 


"Mehr als 90% der über 40 Opfer der Drohnenangriffe auf Waziristan seit Januar 2005 waren gar nicht Ziel des Angriffs, sondern sog. Kollateralschäden". 

Nur ein (!) viertrangiges, unbekanntes Al Qaida-Mitglied wurde ausgeschaltet. Die Anderen hatten halt Pech.

Vor kurzem musste sich US-Präsident Obama öffentlich dafür entschuldigen, dass bei einem Drohnenangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet versehentlich auch eine amerikanische und eine italienische Geisel getötet wurden. Für die mehreren tausend pakistanischen und afghanischen zivilen Drohnenopfer hat er sich nie entschuldigt. Westliches Blut ist offenbar wertvoller. Und Charakter Glückssache.

Wenn wenigstens unsere Regierung Charakter hat, muss Außenminister Steinmeier den US-Botschafter einbestellen und ihm klar machen, dass von Deutschland aus keine illegalen Tötungen mehr durchgeführt werden. Sonst sind wir kein Rechtsstaat mehr. Gleichzeitig muss der "Stationierungsvertrag" veröffentlicht werden, um sicherzustellen, dass die USA in Deutschland die deutsche Verfassung zu respektieren haben. Oder um ihn zu kündigen. Der Drohnenkrieg aus Ramstein ist längst ein Fall für deutsche Staatsanwälte. Doch wer legt sich schon mit den USA an?

US-Politiker lieben Drohnen. Sie ermöglichen es, risikolos angebliche Feinde zu töten, ohne dies Krieg oder Todesstrafe zu nennen und sich mit Kongress, Völkerrecht, Anwälten, Gerichten und Medien lange herumschlagen zu müssen.

Die US-Regierung hat die Verantwortung für Drohnenangriffe der CIA übertragen, deren Agenten früher oft persönliche Gefahren eingehen mussten, um vermutete Staatsfeinde gezielt zu ermorden. Drohnen nehmen den Agenten jetzt bei ihren illegalen Tötungen jedes Risiko ab. Im Kern sind Kampfdrohnen außergerichtliche Hinrichtungsgeräte der Geheimdienste. Fliegende Guillotinen.

DIE ABHÄNGIGKEIT VON BEZAHLTEN SPITZELN


Die Fehlerquote der Drohnenschläge ist aus vielen Gründen extrem hoch. Zum einen, weil die bezahlten Spitzel am Boden den US-Fahndern oft unschuldige persönliche Feinde oder Konkurrenten als Terroristen melden. Hochrangige Al Qaida-Figuren zu nennen ist ihnen viel zu gefährlich.

Dieses "Spitzel-Problem" wird kein Killerdrohnen-Staat der Welt je unter Kontrolle bekommen. Zu verführerisch ist es für manche Leute, ihre persönlichen Gegner diskret durch amerikanische Drohnenschläge "wegräumen" zu lassen. Und dafür auch noch Geld zu bekommen. Unsere Berliner Politiker haben das bis heute nicht kapiert. Sie waren ja auch noch nie in Waziristan. Sie kennen die massive Abhängigkeit der Drohnen von gekauften zwielichtigen Spitzeln gar nicht.

Zum anderen steigt die Fehlerquote dadurch, dass bei sogenannten programmierten Drohnenschlägen ("signature strikes") schon vage beschriebene Tätigkeiten und Verhaltensweisen als terrorverdächtig gelten. Das führt zu grotesken Fehlbeurteilungen.

So töteten am 24.10.2012 "programmierte Drohnenschläge" in Nord-Waziristan die 67-jährige Großmutter Momina Bibi beim Okraschoten-Pflücken auf ihrem Gemüsefeld. Mehrere ihrer Enkel wurden verletzt. Die Drohne hatte 'angenommen', Momina Bibi vergrabe gerade einen Sprengsatz.

Doch derartige Verbrechen interessieren US-Politiker nicht wirklich. Als Mominas Sohn Rafiq, zusammen mit zweien seiner Kinder, vor dem US-Kongress die Tragödie seiner Familie schilderte, waren lediglich 5 Abgeordnete anwesend. Nur der Übersetzer weinte.

Noor Behram ist weltweit der einzige Fotograf, der in Waziristan Drohnen-Opfer fotografieren darf. Er hat unzählige Drohnen-Tote gesehen. Und Schwerverletzte. Bitter sagte er mir im Juni 2014 in Islamabad, er gehe bei den damals 3.500 pakistanischen Drohnen-Toten von maximal 30 relevanten 'Militanten' und 60 unbedeutenden Fußsoldaten aus. Weit über 90 Prozent der Getöteten seien Zivilisten, Unbeteiligte sagte er mir. Alle anderen Zahlen seien Propaganda-Märchen. Für die Drohnenschläge im Jemen, in Somalia usw. gilt dasselbe.

WIR BRAUCHEN INTELLIGENTERE POLITIKER


Trotzdem plant jetzt auch Deutschland zusammen mit Frankreich und Italien die Entwicklung einer kampffähigen Drohne. Morgen (Montag) soll der hierzu erforderliche Vorvertrag unterschrieben werden. Die Bundesregierung begibt sich damit auf einen gefährlichen Irrweg. Vielen unschuldigen Zivilisten wird diese Entscheidung eines Tages das Leben kosten.

Die Befürworter von Drohnen behaupten, Drohnen schützten das Leben unserer Soldaten. Das ist ein Denkfehler. Das Leben der Soldaten schützt man am besten dadurch, dass man Kriege erschwert und durch Verhandlungen überflüssig macht. Nicht aber dadurch dass man Kriege erleichtert.

Drohnenangriffe sind Terrorzuchtprogramme, die am Ende auch unsere Soldaten, unsere Zivilbevölkerung und unsere gesamte Werteordnung gefährden. Wenn auf der ganzen Welt Killerdrohnen eingesetzt werden, wird es weltweit immer mehr Terroristen geben. Unsere Terroristen-Jäger merken noch immer nicht, dass sie Terroristen-Züchter sind.

Ich bin für starke, moderne Streitkräfte zur Verteidigung (!) unseres Landes. Damit potentielle Feinde nie auf dumme Gedanken kommen. Aber nicht, um Angriffskriege zu führen. Zur Verteidigung braucht Deutschland keine Killerdrohnen.

Ich weiss, man kann die Modernisierung von Waffensystemen nicht aufhalten. Aber man kann versuchen, Waffen zu ächten, die gezielt rechtswidrige Angriffe erleichtern oder besonders abscheulich sind. Beispiele: Das Verbot von Chemiewaffen, biologischen Waffen, Landminen, Streubomben. Kampffähige Drohnen sollten als Nächstes auf die Ächtungsliste und nicht auf die Liste der großen neuen Militärprojekte der Bundesregierung.

Wir sollten daher nicht nur die illegalen US-Drohneneinsätze von Ramstein verhindern, sondern Killerdrohnen generell verbieten. Auch deutsche. Auf einer von der UNO organisierten Rüstungskontroll-Konferenz. Man muss nicht alle Waffen einsetzen, die das Töten vereinfachen.

Drohnen erleichtern den Krieg und werden zum eiskalten, automatisierten Roboterkrieg führen. Viel wichtiger als intelligentere Waffen wären intelligentere Politiker. Doch danach wird nicht geforscht.

Euer JT

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