Dienstag, 9. Juni 2015

In Frankreich wächst die Zahl der Arbeitskämpfe gegen den Sparkurs der Regierung



In Frankreich steigt die Zahl der Arbeitskämpfe zur Verteidigung von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen. Auch der Widerstand gegen die Sparpolitik der amtierenden Sozialistischen Partei (PS) und der Europäischen Union nimmt zu.

Am Mittwoch begannen die französischen Fluglotsen eine Reihe von 48-stündigen Streiks gegen Angriffe auf Arbeitsbedingungen und Pläne, das Rentenalter im Jahr 2017 von 57 auf 59 Jahre anzuheben. Fast die Hälfte aller Kurz- und Mittelstreckenflüge auf französischen Flughäfen fielen aus. Die Streiks sollen den ganzen April über fortgeführt werden.

Berichten zufolge hat sich die Regierung geweigert, mit der größten Fluglotsengewerkschaft, der SNCTA (Nationale Gewerkschaft der Fluglotsen), über die vorgelegten Forderungen zu verhandeln.

Mehr als 400 Arbeiter bei Radio France streiken seit drei Wochen gegen Pläne der Regierung, bis zu 380 Arbeiter, hauptsächlich Techniker, zu entlassen, um ein Defizit von 21,3 Millionen Euro abzubauen. Die Regierung beabsichtigt, lokale Rundfunksender zu verkaufen oder zusammenzulegen, die Mittel für ihr Programm zusammenzulegen und Einsparungen bei den beiden Orchestern von Radio France vorzunehmen.

Am letzten Freitag schlossen sich dem Streik auch Journalisten an. Die sieben staatlichen und lokalen Rundfunksender haben entweder Sendepause oder betreiben nur einen Notdienst und senden kaum oder gar keine Nachrichten. Der Streik ist bereits jetzt der längste seit zehn Jahren.

Mathieu Gallet, der Vorstandschef von Radio France und ein Frontmann der PS, provozierte die Arbeiter mit Aussagen, wonach das Unternehmen den Sommer ohne weitgehende Einsparungen nicht überleben werde, während er gleichzeitig sein Büro für 100.000 Euro renovieren ließ. Die Beschäftigten von Radio France forderten in einem Antrag Gallets sofortigen Rücktritt, doch die Gewerkschaftsbürokratie beklagt nur, dass sich Gallet weigert, mit ihr über seine Pläne für Umstrukturierungen und Arbeitsplatzabbau zu verhandeln.

Gallet genießt die volle Unterstützung der Regierung. Kultusministerin Fleur Pellerin erklärt, die Entlassungen - sie spricht von "freiwilligen" - seien "vermutlich notwendig." Sie forderte ein "soziales Modernisierungsprogramm."

Das gewerkschaftliche Streikkomitee, bittet die Regierung, einen Vermittler zu ernennen, um die festgefahrene Situation aufzulösen, wohl wissend, dass ein solcher Vermittler die Anweisungen der Regierung befolgen wird.

Die Streiks vom Mittwoch überschnitten sich mit einem eintägigen Streik am Donnerstag, zu dem die Gewerkschaftsbürokratie aufgerufen hatte, um den wachsenden Widerstand gegen die PS-Regierung und den Sparkurs der EU auf ungefährliche Weise zu entschärfen. Beschäftigte in öffentlichen Krankenhäusern und Schulen planen für Donnerstag einen Streik und Protestmärsche in ganz Frankreich.

Die Streiks sind eine erste Reaktion der Arbeiterklasse auf die Versuche der PS-Regierung und der Unternehmerlobby, die Sparmaßnahmen zu verschärfen. Obwohl die PS vor kurzem bei den Kommunalwahlen für diese Politik abgestraft wurde, hat Premierminister Manuel Valls deutlich gemacht, dass er seine Angriffe auf die Arbeiter verschärfen wird, um die Forderungen der EU an Frankreich zu erfüllen, sein Haushaltsdefizit bis 2017 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken.

Gleichzeitig verteilt Valls Steuergeschenke an die Arbeitgeber. Am Mittwoch kündigte er weitere Senkungen der Unternehmenssteuern bei Investitionen in einer Gesamthöhe von 2,5 Milliarden Euro über die nächsten fünf Jahre an.

Die PS und die Gewerkschaftsbürokratie befinden sich in intensiven Gesprächen mit den Arbeitgeberverbänden und planen Angriffe auf die sozialen Rechte der Arbeiter, die man nur als historisch bezeichnen kann. Den Rahmen bildet eine so genannte "Reform" der Arbeitsverträge. Die Wirtschaftselite will alle langfristigen Arbeitsverträge (CDI) abschaffen, sodass die Arbeitgeber nach Lust und Laune einstellen und entlassen und drastische Kürzungen von Löhnen und Zusatzleistungen durchführen können.

Es finden bereits ständig Massenentlassungen statt. Am 7. April kündigte der Konzern Vivarte, der die Bekleidungsgeschäfte La Halle, Kookai und André betreibt, wegen sinkender Verkaufszahlen 1.600 Entlassungen an. Ende März beantragte das Logistik- und Transportunternehmen MoryGlobal Insolvenz. Es wäre die größte Firmeninsolvenz in Frankreich seit dem Zusammenbruch des Haushaltsgeräteherstellers Moulinex im Jahr 2001; 2.150 Arbeitsplätze sind bedroht.

Um sich gegen diese Angriffe zu verteidigen, die in Frankreich und ganz Europa von reaktionären Regierungen jeder Couleur durchgeführt werden, muss die Arbeiterklasse einen politischen Kampf gegen die PS und die EU führen. Die Streiks können nur erfolgreich sein, wenn sie mit einer revolutionären und sozialistischen Perspektive verbunden sind, die auf der Mobilisierung und Vereinigung der ganzen europäischen Arbeiterklasse im Kampf gegen die EU basiert.

Das bedeutet, Arbeiter müssen den korrupten Gewerkschaftsbürokratien und den pseudolinken Parteien, die jahrzehntelang Arbeitskämpfe unterdrückt haben, die Kontrolle über die Streiks entreißen.

Wenn man die Perspektive verstehen will, die die Gewerkschaftsbürokratien, die stalinistische Linksfront und die Neue Antikapitalistische Partei (NPA) in Frankreich verfolgen, muss man sich nur ihre griechischen „Brüder im Geiste“ ansehen - die Partei Syriza. Seit diese im Januar an die Macht gekommen ist, hat sie vor den Sparforderungen der EU kapituliert und plündert momentan das griechische Gesundheitssystem, die Rentenfonds und Sozialkassen, um Griechenlands Gläubiger in der EU und dem Internationalen Währungsfonds auszahlen zu können.

Clementine Autain von der Linksfront ignoriert Syrizas Angriffe auf die Arbeiterklasse und erklärte, die PS solle sich Syriza zum Vorbild nehmen. Sie behauptete, die Antwort auf Austerität solle eine "Erneuerung der Kulturpolitik" sein, die sich an der kurzfristigen Rettung des griechischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch Syriza orientiert. Sie fügte hinzu: "Griechenland hat gerade erst seinen öffentlichen Fernsehsender wieder in Betrieb genommen. Frankreich hingegen stellt sein Rundfunk- und Fernsehangebot zur Disposition. Finden Sie den Fehler."

Autains Äußerungen müssen Arbeitern eine Warnung sein: die Linksfront, die NPA und ihre Verbündeten verfolgen den gleichen arbeiterfeindlichen Kurs wie Syriza und würden die gleiche Politik betreiben, wenn sie in Frankreich an die Macht kommen würden.

Die Pseudolinken, die Francois Hollande bei der Präsidentschaftswahl 2012 unterstützt haben, fürchten die explosive soziale Lage und die Unzufriedenheit der Arbeiterklasse, die sich von Hollande abgewandt hat. Sie rufen zwar zu Protesten auf, bei denen die Teilnehmer Dampf ablassen können, fürchten jedoch, dass eine breite Mobilisierung der Arbeiterklasse schnell zum Sturz der PS-Regierung führen könnte. Sobald sich die Proteststreiks ausweiten und zu einer Bewegung gegen die PS und die EU entwickeln, werden sie versuchen, sie so schnell wie möglich abzuwürgen.

Das ist die Lehre aus dem Streik der Air France-Piloten gegen Lohnsenkungen und Leistungskürzungen in Verbindung mit der Einführung des Billigfliegers Transavia im letzten September. Die Piloten waren in einer starken Verhandlungsposition: sie hatten den Flugverkehr der Air France zum Erliegen gebracht und das Unternehmen verlor hunderte Millionen Euro.

Aber gerade weil ihre Position so stark war, und weil die Nationale Pilotengewerkschaft SNPL befürchtete, dass ein Sieg der Piloten dem Unternehmen und der PS-Regierung eine entscheidende Niederlage zufügen könnte, beendete sie den Streik und organisierte eine Niederlage. Pseudolinke Gruppen wie die NPA und Lutte Ouvriere (Arbeiterkampf) deuteten die Niederlage in einen Sieg um und versuchten, möglichst viel Verwirrung und Demoralisierung zu verbreiten.

Die Arbeiterklasse kann ihre große Kraft und Stärke nur in einem politischen Kampf gegen die PS und die EU, und für die Mobilisierung der Arbeiter auf der Grundlage einer internationalen und sozialistischen Perspektive entfalten.

Quelle: Pierre Mabut von wsws.org

Die nächste Weltwirtschaftskrise - Arme Ritter



Dieser Film zeigt sehr deutlich auf, was auf uns demnächst zukommen wird!

Ein fiktives Szenario über eine Weltwirtschaftskrise in der heutigen Zeit, die ähnliche Ausmaße annimmt wie zuletzt in der Krise von 1929.

Rolf ist ein erfolgreicher egozentrischer Unternehmer, den der Banken- und Börsencrash Ende 2008 hart trifft. Seine Existenz wird in wenigen Sekunden zerstört und er ist emotional am Ende.

Die Weltwirtschaftskrise verschärft sich, die Menschen werden in Massen arbeitslos, die Nahrungsmittel werden immer knapper und die Energieversorgung ist stark eingeschränkt, schließlich kommt es zu Ausgangssperren...

Rolf und seine Freundin Jule erfahren diese Auswirkungen am eigenen Leib.

Als Rolf sich mit Gewalt Lebensmittel beschaffen muss und er sogar in der Wohnung überfallen wird, entschließen sie sich zu den Schwiegereltern aufs Land zu ziehen. Rolf muss sich mit seinen Wertvorstellungen im Leben auseinandersetzen und erfährt durch die Krise eine existenzielle Wandlung.





Montag, 8. Juni 2015

Ukraine - Neues Gesetz um Kinder aus Familien zu entziehen



Poroschenko hat vor kurzem ein Gesetz verabschiedet: Ab sofort können allen Familien in Donbass, in der s.g. "Anti-Terror-Zone", ihre Kinder einfach weggenommen werden. 

Die Voraussetzungen dafür sind ganz einfach zu erfüllen: Ein Elternteil dieser Familien muss im Donbass-Krieg gefallen sein. Und zack – sind die Kinder weg. Ihre nächsten Lebensstationen sind verschiedene: Kinderheime, andere Familien. Und zwar aus allen Ländern dieser Welt! 

Mit anderen Worten: Die Ukraine zerstört nicht nur Menschenleben und Familien und tötet ihre Kinder, sondern macht aus dem Leid, dass sie schon seit über einem halben Jahr im Osten des Landes anrichtet, jetzt auch noch ein bares Vergnügen: Geld. Auf Blut und Knochen vom Donbass.


News Ukraine-Konflikt 08.06.2015 ( 16 min)



Meine ganz persönlichen Tages-Informationen zum Ukraine-Konflikt (Vorsicht - am Anfang des Videos (ca. bis 01:50) wird es etwas lauter!)


++ Aktuelle Lage im Donbass (diverse Videozusammenschnitte)

++ Blockade des Donbass soll gesetzlich festgeschrieben werden

++ Russland schickt 29. Hilfskonvoi

++ Flashmob in Donezk - Kiew STOP!!

++ Maidan der III. - geboren und gestorben an nur einem Tag

++ Nikolajew - SBU stürmt Konferenz des Volksrates wegen Verdacht auf Separatismus-Planung

++ 40 westliche Historiker nennen Anerkennung der UPA-Soldaten des II. WK durch Poroschenko als "Helden" ein Verbrechen

++ div. Kurzmeldungen


Saakaschwili hat in Odessa eine "Schutzstaffel" gegründet




Odessas neuer Gouverneur Mihail Saakaschwili hatt eine neue Einheit gegründet, die aus den Kämpfern des Eruomaidan besteht. Die neue Einheit hat die gleichen Funktionen wie die der SS Nazi-Deutschlands. Darüber informierte der ehemalige Kandidat der Bürgermeisterwahl in Odessa Vjacheslav Azarov.

Die neu gegründete "Schutzstaffel" wird laut Azarov die Kontrolle über die Ordnung sowie die Bewachung strategischer Objekte übernehmen.


Im Original hat diese Einheit die Bezeichnung "Rota ohrany", was ins Deutsche als "Schutzstaffel" übersetzt werden kann.


Quelle:
http://tvzvezda.ru/…/vstrane_…/content/201506081459-gv03.htm

Putin vs. Poroschenko - Mortal Kombat - (Satire)


Das ist ein "MUSS" in dieser Zeit, in der es leider ausschließlich negative Schlagzeilen gibt!



10 Ziele, die wir ohne Russland nie erreichen!

Bild: Jürgen Todenhöfer

Jürgen 
Todenhöfer






















Liebe Freunde, wer Putin ausschließt, macht diese Konferenz sinnlos. 300 Mio € und 20.000 Polizisten für Sonntagsreden. Und für ein"Grüß Gott" Obamas. Hier 10 Ziele, die wir ohne Putin nicht erreichen:




1. Eine Lösung der lebensgefährlichen Ukraine-Krise.

2. Eine konstruktive Partnerschaft zwischen Russland und Europa.

3. Eine Friedenskonferenz für den brennenden Mittleren Osten.

4. Erfolgreiche Strategien zur Bekämpfung des Terrorismus - ohne Kriege

5. Einen starken, lebensfähigen Palästinenser-Staat, Freiheit für Gaza.

6. Die im "Atomwaffensperrvertrag" zugesagte Vernichtung aller (!!!) Atomwaffen der Welt.

7. Beendigung der hemmungslosen Ausplünderung und Zerstörung unseres Planeten.

8. Wirksame Maßnahmen zur Lösung der außer Kontrolle geratenen weltweiten Schuldenkrise.

9. Endlich Erfolg im Kampf gegen den Hunger auf der Welt.

10. Harte Sanktionen gegen Staaten, die noch immer zulassen, dass Mitbürger rassistisch diskriminiert werden. Muslime, Juden, Christen, Farbige.

Eine G7-Konferenz sollte wenigstens die Weichen (!) zur Lösung dieser Probleme stellen. Dafür zahlen wir Steuern. Aber nicht für luxuriöse Schlafwandler-Konferenzen auf bayrischen Schlössern. So fahren wir unseren Planeten an die Wand.

Euer JT

Neue Kämpfe in Donezk - Indizien das sie vom Westen ausgehen


Die Neusten Kämpfe in Donezk, Pünktlich zum G7 Gipfel, lassen leider neue Sorgen aufkommen! Beide Seiten bezichtigen sich der Neuerlichen Gewalt. 

In diesem Video zeigen wir Indizien die dafür sprechen das die Offensive wohl eher von Kiev ausgegangen sein könnte. 

Anhand der Webseite: http://www.militarymaps.info die von der West – Ukrainischen Seite gepflegt wird, zeigen wir Indizien das der Eindruck berechtigt ist, das die neuerlichen Angriff wohl eher vom Westen ausgingen.

Teil 1:

Teil 2:


Schlaaand, oh Schlaaaand


Mal kurz zusammenrechnen, was wir haben:



  • Banken, die Schuld produzieren
  • Zocker, die gerettet werden
  • Invasion anderer Länder getarnt als Demokratisierung
  • Eine Bundesregierung, die durch die Bank weg Hochverrat begeht
  • Parteien, die sich grundsätzlich nicht an ihre Aussagen und Wahlversprechen halten
  • Rohstoffe, die ausgebeutet werden, obwohl es Alternativen gibt
  • Eine Wissenschaft, die wichtige Erkenntnisse brutal unterdrückt
  • Journalismus, der sich wie Hofberichterstattung liest
  • Ein Gesundheitswesen, das immer mehr Kranke produziert
  • Nahrung, die den Namen gar nicht mehr verdient
  • Ein Sozialsystem, das Menschen sanktioniert und kriminalisiert
  • Eine Arbeitspolitik, die mehr mit Ausbeutung zu tun hat als mit Lebenserhalt
  • Eine Wirtschaft, die nur noch wachsende Zahlen kennt und keine Menschen mehr
  • Eine Gesellschaft, die friedliebende Menschen als Gefahr betrachtet und pöbelnden Parolenschwingern das Wasser auf die Mühle trägt
  • Ein Bildungssystem, das Gedanken-Soldaten für die Wirtschaft produziert aber keine selbständig denkenden Menschen
  • Regierungen, die uns den Raubzug der Banken als alternativlose Rettungsschirme verkaufen
  • Freihandelsabkommen, die im Geheimen verhandelt werden und unsagbare Folgen haben
  • Nachrichten- und Geheimdienste, die in unsägliche Verbrechen verwickelt sind
  • Eine Regierung die 70 Jahre nach Kriegsende Faschisten in der Ukraine unterstützt
  • Eine Kanzlerin, die das ihrige tut – was in ihrem Falle schweigen heißt
  • Eine Antifa, die bisweilen faschistischer daherkommt, als die braunen Denkverweigerer
  • Zunehmende Kinderarmut
  • Zunehmende Altersarmut
  • Zunehmende Entsolidarisierung des “kleinen Mannes”
  • Übertriebene Sexualisierung ALLER Gesellschaftsbereiche
  • Das seltsame Ding, dass sich Genderismus nennt
  • zerstörte Familienstrukturen in allen Ebenen
  • zunehmende Obdachlosigkeit bei zunehmenden Leerständen
  • ach ich könnte die Liste unendlich fortsetzen…..

Und irgendwie klingt es bei all dem fast schon krank, wenn ich zu hören kriege, ich solle doch froh sein, in einem Land zu leben, an dem es mir möglich ist, meine Freizeit (?) zu opfern, über all die Dinge zu schreiben. Das sei doch großartig!

Na dann: Schland, Oh Schland! Hier ist dein Ball, geh spielen!

DANKE FÜR DIESEN GASTBEITRAG AN MARK HERGES!

US-Militär erwägt Atomschläge gegen Russland



Von Niles Williamson in WSWS
6. Juni 2015


US-Verteidigungsminister Ashton Carter traf sich am Freitag im Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa mit zwei Dutzend amerikanischen Militärkommandanten und europäischen Diplomaten, um über die Verschärfung ihrer wirtschaftlichen und militärischen Kampagne gegen Russland zu diskutieren. Sie bewerteten außerdem die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftssanktionen und der Strategie der Nato, die Krise in der Ostukraine für die Stationierung von Soldaten und Kriegsgerät in Osteuropa auszunutzen, und drohten Russland mit Krieg.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums erklärte gegenüber Reuters, dass es bei dem Treffen hauptsächlich darum gehe, „zu bewerten und Strategien zu entwerfen, wie die Vereinigten Staaten und ihre wichtigsten Verbündeten auf die verschärften Spannungen mit Russland im Laufe des letzten Jahres reagieren sollten“. Der Vertreter sagte außerdem, dass Carter der Lieferung von tödlichen Waffen an das ukrainische Regime positiv gegenüber stehe. Dieser Vorschlag war bereits Anfang des Jahres vorgebracht worden.

Besonders provokant war ein Bericht von Associated Press, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Laut diesem Bericht erwägt das Pentagon den Einsatz von Atomraketen gegen militärische Ziele in Russland als Reaktion auf angebliche Verstöße gegen den Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) von 1987. Die USA behaupten, Russland habe gegen den INF-Vertrag verstoßen, indem es Flugerprobungen von bodengestützten Marschflugkörpern durchgeführt habe, deren Reichweite die Beschränkungen des Vertrags überschreite. Russland dementierte dies.

Das Pentagon diskutiert über drei Optionen: die Stationierung von Raketenabwehrsystemen in Europa, um russische Raketen abschießen zu können, eine „Gegenschlag“-Option, die nichtatomare Präventivschläge gegen russische Militäranlagen beinhalten würde und schließlich die Möglichkeit eines „Ausgleichsschlags“, der den präventiven Einsatz von Atomraketen gegen Ziele in Russland beinhalten würde.

AP bezieht sich auf einen Mitarbeiter, der angedeutet habe, dass Optionen bis hin zur „Verbesserung der Fähigkeit amerikanischer Atomwaffen, militärische Ziele in Russland zu zerstören“ geprüft würden. Mit anderen Worten, die USA bereiten einen Atomkrieg gegen Russland vor.

Robert Scher, einer von Carters atompolitischen Beratern, sagte im April vor dem Kongress, dass der Einsatz von „Gegenkräften“ bedeuten würde, dass „wir losschlagen und die Raketen in ihren Basen in Russland zerstören“.

Andere Vertreter des Pentagon erklärten, diese Option würde die Stationierung bodengestützter Marschflugkörpern in ganz Europa erfordern.

Der Pentagonsprecher Leutnant Oberst Joe Skewers erklärte gegenüber AP: „Alle Optionen, über die wir diskutieren, sollen sicherstellen, dass Russland keinen nennenswerten militärischen Vorteil aus seinem Fehlverhalten ziehen kann.“

Die Rücksichtslosigkeit und Fahrlässigkeit der amerikanischen Außenpolitik ist atemberaubend. Ein Großteil der russischen Streitkräfte ist in der Nähe von dicht besiedelten Gebieten stationiert. Ein präventiver Atomschlag könnte in Sekunden Millionen Menschen in den Tod reißen und einen Atomkrieg auslösen, in dem die Menschheit ausgerottet würde. Selbst wenn die US-Regierungsvertreter mit ihren Drohungen gegen Russland nicht wirklich dieses Ziel verfolgen und nur versuchen, Moskau einzuschüchtern, liegt solchen Drohungen eine düstere objektive Logik zugrunde.

Inmitten militärischer Spannungen und strategischer Unsicherheit erhöht die atomare Kriegstreiberei der US-Regierungsvertreter in dramatischer Weise die Gefahr eines unabsichtlichen Kriegs. Nato-Truppen führen entlang der russischen Grenzen, vom Nordmeer über die Ostsee bis zum Schwarzen Meer und dem Mittelmeer, Militärübungen durch. Alle nationalen Streitkräfte in der Region sind in höchster Alarmbereitschaft.

Die amerikanischen Regierungsvertreter wissen nicht, wie der Kreml auf ihre Drohungen reagieren wird. Da die russische Regierung einen plötzlichen Nato-Angriff befürchten muss, ist es wahrscheinlicher geworden, dass sie auf vermeintliche Anzeichen für eine Nato-Militäraktion mit dem Abschuss ihrer Raketen reagiert. Sie muss fürchten, dass die Raketen andernfalls am Boden zerstört werden. Die Gefahr, dass eine fehlerhafte Annahme oder ein Kommunikationsfehler zu einem offenen Krieg führt, ist drastisch gestiegen.

Die WSWS hatte schon letztes Jahr gewarnt, dass die Entscheidungen der Nato, einen von faschistischen Kräften angeführten Putsch in Kiew zu unterstützen und Russland ohne jeden Beweis die Schuld am Abschuss des Fluges MH17 zu geben, die Kriegsgefahr erhöht hat. Sie schrieb damals: „Wollen wir wirklich zulassen, dass es zwischen den USA, Europa und Russland zu einem Krieg kommt, bei dem Atomwaffen eingesetzt werden könnten? Diese Frage muss sich jeder stellen, der die Ereignisse seit dem gewaltsam herbeigeführten Absturz des Malaysian-Airlines-Flugs MH17 verfolgt hat.“ Diese Warnungen werden von Schers und Carters Aussagen bestätigt.

Im März hatte Putin erklärt, dass er nach dem Putsch in Kiew das russische Militär, inklusive der Atomstreitkräfte, in Alarmbereitschaft versetzt habe, da er einen Nato-Angriff auf Russland fürchtete. Jetzt hat das US-Militär durch seine eigenen Aussagen bestätigt, dass die Politik der USA das Risiko eines Krieges birgt.

Vor der internationalen Arbeiterklasse wurden diese Bedrohungen weitgehend geheim gehalten. Die Arbeiter in den USA, Europa und auf der ganzen Welt haben immer wieder gezeigt, dass sie die Kriege der USA im Irak und Afghanistan ablehnen. Doch fast fünfzehn Jahre nach dem Beginn dieser Kriege steht die Welt am Rande eines noch blutigeren und verheerenderen Konflikts. Doch die Medien und herrschenden Eliten verheimlichen die Gefahr eines Atomkriegs.

Voraussichtlich wird US-Präsident Obama beim G7-Gipfel am Wochenende den Druck auf Russland weiter verschärfen und die europäischen Regierungschefs dazu drängen, die Wirtschaftssanktionen beizubehalten. Diese wurden im letzten Jahr gegen Russland verhängt, nachdem es die Krim in die russische Föderation aufgenommen hatte. Als Vorwand für die Fortführung der Sanktionen soll der erneute Ausbruch von Kämpfen in der Ukraine dienen, für den die USA Russland verantwortlich machen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko warnte am Donnerstag in einer Rede im Parlament vor der „immensen Gefahr erneuter schwerer Kämpfe mit russischen und terroristischen Kräften“. Er behauptete, ohne einen Beweis zu liefern, dass in den von Rebellen kontrollierten Gebieten Donezk und Lugansk in der Ostukraine 9000 russische Soldaten präsent seien.

Poroschenko sagte: „Das ukrainische Militär sollte sich auf eine neue feindliche Offensive und eine Großinvasion entlang der gesamten Grenze zur Russischen Föderation vorbereiten. Wir müssen darauf wirklich vorbereitet sein.“ Er erklärte, das ukrainische Militär habe mindestens 50.000 Soldaten im Osten stationiert und sei bereit, das Land zu verteidigen.

Einen Tag vor Poroschenkos Äußerungen kam es in der Ostukraine erneut zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten mit Dutzenden von Todesopfern. Die Kämpfe in dieser Woche waren der bisher schwerste Verstoß gegen den Waffenstillstand, der im Februar unterzeichnet wurde.

Kremlsprecher Dimitri Peskow erklärte am Donnerstag vor der Presse, Russland sei davon überzeugt, dass die Kampfhandlungen am Mittwoch von Kiew provoziert worden waren, um die Diskussionen auf dem G7-Gipfel am Wochenende und dem EU-Gipfel in Brüssel Ende Juni zu beeinflussen. „Dieses provokante Vorgehen geht von den ukrainischen Streitkräften aus und das beunruhigt uns“, sagte er.

Beide Seiten gaben der jeweils anderen die Schuld am Ausbruch der Kämpfe in Marjinka, etwa vierzehn Kilometer westlich der Rebellenhochburg Donezk. Poroschenkos Berater Juri Birjukow sagte am Donnerstag, dass bei den Kämpfen fünf ukrainische Soldaten getötet und weitere 39 verwundet worden seien. Der stellvertretende Verteidigungsminister und Sprecher der Volksrepublik Donezk (DNR) Eduard Basurin erklärte gegenüber Interfax, dass sechzehn Rebellenkämpfer und fünf Zivilisten getötet worden seien.

Ukrainische Truppen hatten am Mittwoch außerdem die Innenstadt von Donezk mit Artillerie beschossen. In den südwestlichen Stadtteilen Kirowski und Petrowski wurden sechs Menschen durch Granaten getötet und weitere 90 verwundet. Der städtische Marktplatz Sokol wurde schwer beschädigt, mehrere Ladenstraßen brannten nieder.

Als Reaktion auf die Entwicklungen am Mittwoch wurden Mitglieder des faschistischen Rechten Sektors angewiesen, sich auf den Kampfeinsatz vorzubereiten. Der Oberbefehlshaber des paramilitärischen Bataillons der Organisation, Andrei Stempitzki, rief in einem Post auf Facebook alle Mitglieder, die während des Waffenstillstands zu Hause waren, dazu auf, „zu ihren Kampfeinheiten“ zurückzukehren. Er drohte, der Rechte Sektor werde „Krieg führen, egal was die Anhänger des Waffenstillstands tun werden.“